Feuerwerk der guten Laune in Oy

 

"Fasching in Oy - Ahoi!", tönte es immer wieder durch den fast gefüllten Kurhaus-Saal.

Und das gleich vier Stunden lang. Also mussten die Besucher schon etwas Kondition mitbringen. Freilich, das große, bunte Völkchen um Präsident Georg Guggemoos tat alles, um die Gäste bei Laune zu halten. Da warden die tänzerischen, musikalischen und rhetorischen Highlights einerseits - und die humoristischen Sticheleien in Richtung Gemeindespitze und Nachbarsorte andererseits. Aber auch Deftig-Hefitges sorge für regelmäßige Zwerchfell-Massagen.

Glanz und Glamour versprühen das Prinzenpaar Justine I. und Florian II. bei der Begrüßung. Und das Kinder-Prinzenpaar redete sich ebenso in die Herzen des Publikums, gefolgt von den jüngsten Tanzmädchen. Und deren große Vorbilder, die beiden Garden des Oyer Faschingsvereins, lösten mit ihrem temperamentvollen Auftritten die ersten Beifallsstürme aus.

Walter Schwarzmann, nach eigenen Worten der letzte Ritter von Oy, leitete zu den urigen und eher spöttischen Programmteilen über. Walter, ein Urgestein des Jubiläumsvereins (nun 22 Jahre Narrensitzung), schmunzelte über den "teuersten Spielplatz...äh die teuerste Spielstraße im Allgäuer Land." Und da künftig das Oyer Ortszentrum nur noch in Schrittgeschwindigkeit befahren werden dürfe, sollte jeden Tag ein anderer Gemeinderat die Fremden abkassieren, so der "Raubritter mit Rockefeller-Geldbeutel". Walter mutierte gar zum Minnesänger: "Am Annaplatz, da steht doch bitte sehr, schon wieder eine Kneipe leer." Der Bürgermeister, so der Spötter, solle nach dem "Löwen" auch noch den Ratskeller kaufen und den Anna- zum Ruinenplatz umtaufen lassen.

Wer nun geglaubt hatte, die größte Spottdrossel sei schon durch, musste sich bei den Oyer Musikern noch eines Besseren belehren lassen: Johannes Reiner und Pius Schmöger zogen kräftig vom Leder. Während Wendel und Alfons, das alt bewährte Komiker-Duo im Faschingsverein, den wortgewalten Hohn diesmal völlig ausblendeten. Sie beschränkten sich auf eine köstliche Pantomime, in der die Eine (eine schminkwütige Frau) mit Schrecken feststellte, dass die Andere alles nachahmte.

Und viele weitere Komiker traten auf - vom flippigen, gerne zweideutigen Reporter bis hin zum spitzfindigen Preußen, der Allgäuer Rituale deutete. "Die Glocken von Rom" ließ die männliche Landjugend mit freiem Oberkörper erklingen, ehe die Guggenmusik für ein lautstarkes Finale sorgte.