Narrensitzung im Kurhaus in Oy - Hochstimmung im fliegenden Klassenzimmer

Humorgranaten und Knochentanz

Bunt, witzig, effektvoll und einfach ideenreich - so kennt man die Narrensitzungen im Kurhaus Oy. Garniert wird das Ganze durch zauberhafte Auftritte der Gardemädels. Und die Lacher erhalten durch allerlei deftige Einlagen ihre Zwerchfellmassagen.

Das war bei der heurigen Eröffnungssitzung nicht anders: Die rund 300 Besucher ließen das "fliegende Klassenzimmer", so vom Faschingsvereins-Präsidenten Georg Guggemoos angekündigt, gerne an ihren glänzenden Augen vorbei schweben.

Dreieinhalb Stunden lang steppte der Bär auf der Bühne, und gar mancher Prominente oder Ortsteil musste sich ein bisserl Spott gefallen. „Gar numa g’nue kriaged dia Leit vom jetziga Bürgermeischter“, dachte laut der Gemeindegrantler Thomas Wollny.

Vor seiner ersten Wahl habe der Rathauschef wenigstens noch Hartwürste an seine Schäflein verteilt. Bei der Wahlneuauflage sei das offenbar nicht mehr nötig gewesen. Und was ist mit seinem Amtsvorgänger? Den hätten Amors Pfeile getroffen und ins Unterallgäu gelockt, wusste Thomas Wollny.

Den Liebesgott vermutete auch sein junger, präsidialer Nachwuchs-Büttenkollege Magnus als Auslöser für den Umzug. Eine väterliche „Midlife-Crisis“, sinnierte der Knirps. Und gar manchem Mitglied des Vierziger-Clubs würde es einfallen, dass ihm nun zwei 20-jährige Damen zuständen. „Doch trotz Vitamine und Aufbauspritze, ist mein Papa absolute Spitze!“, schmeichelte sich Filius gleich wieder ein.

Bei anderen wiehert das Publikum schon, wenn sie auf die Bühne tippeln oder schlurfen. Die Humorgranaten Alfons Guggemoos und Wendelin Höllisch gehören zu dieser Spezies.

Ganz verrückt wird es, wenn in Frauen verkleidete Männer um Männer werben. Und dann noch auf „scheene Knia“ und „obere Implantatfreiheit“ verweisen. Diesen Spaß gönnte sich das „Zollhauser Schachtelbalett“. Auch wenn man unter dem Pony nicht immer helle sei: Für den Gemeinderat würde es allemal reichen, hieß es.

Noch deftiger ging der Theaterverein zur Sache. Geradezu mit einem Berg von „Komplimenten“ überschwemmten sich beide Geschlechter. An den großen Frieden auf Erden glaubten Männer – wenn alle Frauen im Himmel sind. Die Amazonen schossen zurück: Sie belächelten „überdachte, arbeitslose Zwerge“.

Eher Schauriges bevorzugte die Gruppe „Schwarzlicht“ mit ihrem Knochentanz. Als Hingucker entpuppten sich die rockenden „Sommergirls“, nachdem die Tollitäten Gabi Schön und Johannes Reiner nebst Kinderprinzenpaar die heiße Phase des Oyer Faschings einge- läutet hatten.